Montag, 10. Oktober 2016

-Ich bin irgendwo losgelaufen, aber nirgendwo angekommen-

Hab mich irgendwo zwischen aus dem Bett fallen und ich geh mal kurz zum Kiosk, Bier und Kippen holen verloren. Und seitdem lebe ich mein "Großstadtleben" in der Kleinstadt. Häng metaphorisch gesehen zwischen den Stühlen, weiß nicht wo ich hin will und der dichte Zigarettenqualm versperrt mir die Sicht auf das, was ich mal war. Wer ich mal war. Und auf die Ziele die ich damals hatte. Ich war mir so lange Zeit so sicher, wohin ich mal möchte. Medizin studieren, leben, lieben, eine intakte Familie. Halt so Sachen die sich kleine Menschen wünschen. Und nun, ich schotte mich ab, häng mit den Lippen an Menschen die ich kaum kenne und Flaschen deren Inhalt ich nur zu gut kenne. Und deren Wirkung ich nur zu sehr liebe aber auch unglaublich verabscheue. Ich hasse es die Kontrolle über mich zu verlieren und darauf angewiesen zu sein, dass sich andere Menschen um meinen annähernd komatösen Körper kümmern. Ich kanns auch nicht aussprechen, was dieser Alltag mit mir macht, dieses "Normalität vorspielen" und Niemanden ahnen lassen dass die Sonnenbrille die wie festgeklebt in meinem Gesicht hängt nicht das "Mode-Must-have" dieser Saison ist sondern, das ich n Kater hab, den Kater der Jahrtausends der mir aufs Hirn schlägt, seine Krallen in meine Augen drückt und anschließend auch noch mit meinem Magen wie mit einem Wollknäul spielt. Außerdem will ich diese Menschen nicht sehen, die Menschen, die ihr Leben geregelt bekommen, es schaffen sich Morgens in das hübsche kleidchen zu werfen und perfekt geschminkt, mit schleifchen im Haar, das Haus zu verlassen und erstmal im Disney-style die Blumen, Bäume, Bambis und natürlich die Sonne zu grüßen, da diese an diesem wundervollen Morgen schon so wunderschön strahlt. Ich.. ja ich renne an genau diesem Morgen zum Bus. Weil ich es mal wieder nicht geschaft hab pünktlich aufzustehen, weil meine Bettdecke aus Stahl besteht und die bereits erwähnte Katze auf meinem Kopf an adipositas leidet. Und ja ich habs wieder nicht geschaft mich "vernünftig" anzuziehen. Meine Jogginghose ist kein Zeichen für meine Sportlichkeit sondern eher ein Hinweis auf meine derzeitige Laune, das schwarze T-shirt mit dem namen einer meiner lieblingsbands hab ich nicht im H&M gekauft sondern in nem Onlineshop für Bandkram. Ich liebe dieses Shirt, fühle mich in der Musik aufgehoben und weiß auch das der Säger 1994 gestorben ist. Mein Hemd hängt leider irgendwie schief halb in meinem Rucksack und steckt zwecks anziehen noch in meiner Hose und die Sonnenbrille sitzt aufgrund der unchristlichen Uhrzeit von 11:09 bereits fest in meinem Gesicht und meine Boots haben zwar auch schon bessere Zeiten gesehen doch bevor sich die Sohle nicht auflöst oder ich ins Gras beiße werden diese Schuhe nicht aus meinem Leben gehen. Sie wurden mir von einem Menschen gegeben den ich bedingungslos liebe und das sage ich nicht einfach so, sie hat sich den Platz in meiner Herzen erarbeitet und dieser Mensch bedeutet mir die Welt, ich meine sie kennt mich wie niemand anders, sie darf sich alles erlauben, hat den absoluten Freifahrtsschein.. vielleicht sollte ich da schluss machen mit der Exkursion in mein Herz- Ich muss gestehen, dass mich viele menschen seltsam angucken, einige sind der meinung ich sei ja so "Hipster" was meiner Übelkeit nicht besonders gut tut und die Anderen sind der Meinung ich sei irgendwie halt schon warscheinlich obdachlos. Und ich muss gestehen, dieses Statement ist mir egal, sollen sie doch denken. Ich weiß immernoch am besten nicht wer und wieso und was überhaupt ich bin. Ich weiß nur : Ich bin irgendwo losgelaufen, aber nirgendwo angekommen.


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